Tango - geTextetc

"Das Allerschönste, was Füße tun können, ist tanzen." (Kermit)




kleine Verzierung
13. Mai 2008
Die Stärke unverstärkter Musik

Ein wunderschönes spontanes Live-Konzert von El Rejunte im Kaffeebad gestern Abend zeigt, wie schön unverstärkte Musik sein kann, ... kräftig, kompakt und lebendig haben Sie uns ein Stück echte Tangomusik mitgebracht.

- Das Schöne an unverstärkter Musik ist die Hinwendung des Hörers zum Musizierenden. Lebendige Musik öffnet die Sinne für die Seele des Sinnlichen, verstärkte Musik hat häufig einen starken Eindruck auf die Emotion und läßt die feinere Empfindung etwas hinter sich zurück. Andere Energien werden zum Fließen gebracht. Das hinsinnliche Hören ist nicht selbstverständlich. -

Wir danken Lucia, Havier und Horacio sehr für ihren spontanen Auftritt, in dem sie sich nach ihrem schönen Auftritt im Ocho nochmals sehr gesteigert haben, ... Danke für Euren Auftritt, über die wir uns und die zahlreichen Frühsommerabend-Besucher sehr freuten.

Tango Live in Stuttgart
So ist das: Spontan-Auftritt folgt Spontan-Foto-Qualität ;-))


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05.01.2008
Schwungtänze & die Schwungverhinderung

Zufällig schmunzelnd auf diese Zeilen zum Tango/europäischem Tango aufmerksam geworden: "... Kein anderer Tanz umfasst eine derartige Vielfalt an Bewegungsformen und Haltungen. Bei der Trennung von Standard und Latein in den fünfziger Jahren zögerte man lange, ehe man den Tango endgültig den Standard-Tänzen zuordnete. [...] Von den sogenannten Schwungtänzen unterscheidet er sich dadurch, daß er ohne das sonst charakteristische Heben und Senken getanzt wird. Diese "Schwungverhinderung" erfordert ein Höchstmaß an Kontrolle."
(Quelle: http://www.astoria-stuttgart.de/Taenze.html)



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24.12.2007
Der Tango und sein Christentum

Wenn man nach einem Zusammenhang zwischen Tango Argentino und dem Christentum sucht, dann muss man als Tänzer nicht lange in sich gehen, um zu verstehen, daß viel Gemeinsamkeit in den inneren Wurzeln zu finden ist.

Tango schwingt keine großen intellektuellen und ethischen Reden vom Sinn und Unsinn der Welt. Tango will nicht belehren oder ein Heil verkünden.
Aber der Mensch, der Tango tanzen lernt, beginnt schnell zu begreifen, daß die bewegte Nähe zum Herzen des Anderen nur in der aufmerksamen Zuneigung zum Anderen zu finden ist. Die Erfüllung im Tanz ist nur möglich in der Hingabe an ein Geistiges. Das ist ganz einfach die Musik. Der Ausdruck dieser Hingabe und ihre Erfüllung ist der Tanz. Im Tango spüren wir, wie wir unser Getrenntsein aufheben können in ein Miteinander, das beflügelt.

Der Tango ist nicht überpersönlich und abstrakt. Er ist konkret, greifbar, sinnliche Freude in Bewegung und Ruhe - und manchmal schmerzhaft spürbar.
Der Tango ist ein Weg, den man gehen kann. Dieser Weg ist immer individuell und frei und doch lebt diese Freiheit nur in der Hingabe an den anderen Menschen, das ist die Zuneigung zum anderen. Manchmal - für einen Moment, vielleicht für drei Minuten, gelingt es uns das Herz zu öffnen und die fließende Wärme zu spüren, die den Tänzern da und hier aus den Augen zu quellen scheint.

Der Tango muss kein innerer Weg sein, nicht für jeden. Der Tango ist aber sicherlich eine Sache des Herzens. Etwas zu lieben, heißt zu erkennen, daß wir etwas zu tun haben wollen mit dem Erkannten. Die Wahrnehmung des Gegenüber, die Wahrnehmung des Gegenüber in der Musik, die die geistigste der Künste und die physische Abbildung der universellen Gesetze versinnbildlicht, die Wahrnehmung ist die Zuneigung zum Nächsten, ein Hauch von Nächstenliebe.

Die Bejahung der Sinnlichkeit als geistiger Mensch, die Bejahung der Person und ihrer persönlichen Geschichte und Geschichten, die Freude über das, was sich durch unser Leben hindurch verkörpert in Leidenschaft, Schmerz, Rausch, Sehnsucht, Hoffnung und romantischer Erinnerung, all dies drücken wir aus im Tango. Der Tango ist wie der Schein des Mondes: manchmal ein Dunkles, ein Verführerisches, ein anziehendes Geheimnisvolles, in dem sich jedoch nicht weniger zeigt als das Kind des unbewegten Bewegers: die Sonne und mit ihr die Freude über den lebendigen Tag.

(c) David Lepold


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Freitag, 14. September 2007

Die Woche scheint tangomäßig ruhiger zu sein, Schulanfang und die ein oder andere Erkältung schaffen für Platz in den Milongas :-)

Im Loft startet am Samstag Tango "Am Puls", eine Praktika für modernen Tango (was nicht gleichbedeutend mit Electrotango ist). Samstags, 16-18 Uhr im TangoLoft.
Ein tolles Angebot, wie wir finden, nur leider etwas früh am Tango-Tag, mal sehen, vielleicht läßt sich das einrichten. ;-)


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Dienstag, 31. Juli 2007

Für uns gestern eine wunderschöne Milonga. Gute Stimmung, viel positives Feedback zur Musik und zum Ort - die Leute tanzten die "letzte Runde" um 2 Uhr nachts. Wir freuen uns über alle die gekommen sind :)

Ein feiner Zauber am Rande:


 Tango Licht Kontur Gestalt - (c) D. Lepold / Juli 07

(c) D. Lepold


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Donnerstag, 19. Juli 2007

Der schwarze Tango
- über das Glück im Ernst.

Humor ist befreiend, weil er durch die Distanz geht,
und Ernst ist lustvoll, weil er sich ganz auf eine Sache einlassen möchte.

Der Witz ist im Kern immer ernst.
Und die Erfüllung des Ernstes ist die Gelöstheit in der Freude.


Im Tango sind wir häufig konzentriert und erscheinen ernst, während wir uns auf einen Tanzpartner oder eine unbekannte Musik einlassen. Dem Ernst weicht häufig ein genußvolles Lächeln, eine leise Gelöstheit, wenn wir finden, worin wir uns wohlfühlen und entspannen: die Musik, die gemeinsame Bewegung oder die Umarmung. Die Freude oder das, was wir Spaß nennen, geht im Tango oft durch den Ernst oder die Besinnung. Gerade, weil wir uns ganz auf einen Mitmenschen einlassen müssen und ihn berücksichtigen wollen, wenn wir uns nicht gegenseitig die Knochen brechen wollen, ist der Rausch und die Freude wie die Freude über die Entdeckung eines geheimen Schatzes am Ende einer langen Suche. Wir hätten auch zu Hause bleiben können, um einfach nur Spaß zu haben. Aber wir haben uns aufgemacht, weil wir ein Abenteuer erleben möchten, das jenseits unserer gewohnten Grenzen liegt. Diese zu überschreiten ist eine ernste-Sache-voller-Freude, das Bewußtsein davon unser Glück.


kleine Verzierung voller Freude

Die Musik für eine Milonga zusammenzustellen ist besonders am Anfang eine ganz schöne Herausforderung. Liane hat durch Ihre Radiosendung Schattenklänge über acht Jahre Routine im Zusammenstellen und Auflegen von Musik. Der Übergang vom Milonga-Besucher zum Milonga-Betreiber ist aber enorm, was u.a. die Anforderungen an Musikkenntnisse und Gespür für Stimmungen angeht. Wir haben beide schon auch deshalb einen großen Respekt vor allen Milonga-Betreibern und sehen die Musikauswahl natürlich in neuem Licht. Ganz persönlich möchte ich hinzufügen, daß mir besonders die Musikauswahl im TangoLoft in den letzten Wochen sehr zugesagt hat. Immer wieder hören wir Stimmen, die die Musikauswahl in den Milongas Stuttgarts nicht zeitgemäß finden. "Rückständig" oder "langweilig" sind Worte, die mir häufig zu Ohren kommen. Abgesehen davon, daß im Tanzen mit der richtigen Partnerin beinahe jede Musik zum eigenen Leben erwacht und durch die kreative Interpretation im Moment, durch das Tanzen im Augenblick immer neu ist oder sein kann, hoffen wir, daß wir in der Mo-Milonga mit der Zeit Musik spielen können, die Eurem Tanz einen schönen Klang-Raum bietet und an der Ihr Euch freuen könnt. In diesem Sinne bin ich gespannt auf den heutigen Abend im Ocho, wo sicherlich nicht aus Mangel an Musik(?) bald Selbstgemachtes entstehen soll. Bevor ich in Stuttgart den Tango entdeckte, habe ich vor einigen Jahren mit einer Gruppe von Leuten, die Geige, Akkordeon, Gitarre, Flöte und Percussion einbrachten, Musik gemacht, die ganz in Richtung Tango ging, ohne daß ich das damals schon wußte. Leider hat sich die Gruppe damals aus lebenstechnischen Gründen aufgelöst und mittlerweile habe ich dazu leider keine Zeit mehr, wie es scheint, aber ich wünsche den Atipicos gutes und viel Gelingen,
- es wird sicherlich einen großen Spaß machen! :)

Der letzte (3.) Montag-Abend im Kaffeebad war bei angeblichen Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius ein schöner Abend. Im Kaffeebad konnte man direkt in die offenen großen Fenster sitzen und sich im Freien fühlen, während die etwas größer gewordene Tanzfläche immer angenehm gefüllt war. Diesmal waren viele Frauen da und vermissten die alleine zu Hause schwitzenden Männer
-  mein Glück ;-)

Wir danken all dem guten Zuspruch, den Tänzern, die wiederkamen und noch kommen möchten, Emi und Alex, die uns den Raum zur Verfügung stellen, den 'zig gedrückten Daumen und wünschen uns ganz viele Gästebucheinträge! :-)


kleine Verzierung

Mittwoch, 27. Juni 2007

Der erste Schritt


Der erste Schritt im Tango ist zu stehen. Fuß fassen und sich in seinem Gewicht spüren. Tango ist Gravitation - Erdanziehungskraft. Unter den vier Temperament-Typen (Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker) besteht ein Zusammenhang zwischen Melancholie und dem Element Erde (Feuer > cholerisch, Erde > melancholisch, Wasser > phlegmatisch, Luft > sanguinisch). Sich auf die Erde stellen, heißt sich in der Ruhe aufrichten. Den Schwerpunkt der Erde in unserem eigenen Schwerpunkt zu spüren. Uns dabei aufrichten, heißt sich wie die Blume der Sonne zuwenden. Aus dem sicheren und bewussten Stehen können wir uns jederzeit frei in jede Richtung bewegen.

noch eine kleine Verzieerung

Der melancholische Charakter

Der Melancholiker hat einen intellektuellen Charakter. Tango ist nicht intellektuell. Aber Tango ist melancholisch.

Der Intellekt, die Tätigkeit unseres Verstandes, ist immer abstrakt, wenn er sich mit sich selbst beschäftigt. Abstrakt sein heißt, herausgezogen sein oder abgezogen sein. Nicht ganz bei sich sein.

Der Intellekt ist melancholisch. Denn er weiß alles und ist nichts. Und das ist ihm bewußt. Im Tango geben wir dem kreativen Teil des Denkens eine Richtung und nutzen die formende Kraft, um unserer Seele im Medium der Musik Form zu verleihen. Das Denken, wie wir es kennen, ist die Fähigkeit, einem Inhalt Form zu geben, d.h. Gestalt zu verleihen. Wenn wir tanzen, dann tanzen wir auch immer nach außen. Wer tanzt, zeigt sich.

Die Befreiung des Intellekts im Tanzen ist seine Hingabe an das, was er nicht verstehen kann - das Leben.

Wenn wir tanzen, vergessen wir uns und wir erinnern uns. Wenn wir die Form nicht füllen können, tanzen wir nur die Schritte und vereinsamen in Schrittfolgen. Wenn wir uns beim Tango nicht von unserem Denken regieren lassen, sondern es verwenden um die musikalische Inspiration mit der Tanzsituation und dem Tanzpartner zusammen zu bringen, dann ist das die Hingabe des Denkens, indem wir es an die Musik und den Partner hingeben. Diese Hingabe ist die Befreiung des Intellekts aus seiner Einsamkeit.


noch eine kleine Verzieerung

Bewegung und Gegenbewegung

Jede Bewegung hat eine Gegenbewegung. Wenn wir uns aufrichten, drücken wir nach unten, wenn wir nach vorne gehen, greifen wir mit den Füßen nach hinten und stoßen uns ab. Bevor wir uns äußern, greifen wir nach innen.

 Verzierung


Die Ausdehnung des Herzens

Die Haltung für unsere Aufrichtigkeit wächst aus dem Grund unseres Herzens. Die Haltung ist das ewig grüne Ästchen im Zentrum unseres Herzens und schwingt als heller Ton über dem warmen dunkelroten Grundton der Seele und verknüpft freudig Himmel und Erde. Im leisen Flattern der Flügel spüren wir die Freude der kindlichen Liebe, die allem zu Grunde liegt. Wenn wir hingegen fühlen, daß unser Herz bricht, dann spüren wir schmerzvoll das Ästchen, wir spüren den Knick im Lebensfluß, der Fluß wird gebrochen, und wir verlieren die innere Haltung.

Das ist der wirkliche Mut:
die Ausdehnung des Herzens.


Die Erfüllung ist das Geschenk der Hingabe des Herzens.

Wenn unser Herz geknickt ist, können wir ihm helfen,
indem wir uns aufrichten. Wenn wir geknickt sind, können wir mutig sein und uns ein Herz nehmen.

Das Herz ist der Ort, wo das Licht warm wird, weil es in ihm einen Gegenstand hat.


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Der angenehme Widerstand

Eine angenehme Berührung ist immer mit Widerstand verbunden.

Im Tango gibt sich die Frau der Führung des Mannes hin, in dem Sie ihm einen angenehmen Widerstand entgegenbringt. Der Mann geht vorausschauend, umsichtig und schafft Raum, in dem sich die Frau entfaltet und wohl fühlt. Das Miteinander, das dabei entstehen kann, ist zärtlich und aufmerksam für den Schwerpunkt, das Zentrum des Anderen. Die Musik ist der Ort der Inspiration, in dem wir uns gemeinsam aufhalten. Den Tango spüren wir. Wir können ihn nicht wissen oder festhalten. Er ist im Moment. Tango ist: sich gemeinsam in der Musik spüren.

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Diese Ausführungen sind nichts ohne das Tanzen.


David Lepold


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Sa, 30. Juni 2007

Endlich habe ich die kleinen Notizzettelchen gefunden,
auf denen ich vor einigen Monaten etwas notiert hatte, das ich schon beim Schreiben dem TangoLoft widmete, weil es dort inspiriert wurde:


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You Tango Me

I

Umarme mich Tango,
fasse mich ein,
ich will jeden Atemzug
eins mit Dir sein.

Ich will Dich berühren
und tief in Dir ruh'n.
Ich will in Dich eingeh'n
und Schönes Dir tun.

II

Du atmest mich aus,
- ich atme Dich ein -
da läßt Du mich fallen
und sprichst:
"Wach auf! Du bist in Begleitung!
Ich will Dich zu zwei'n!
"

III

Wir öffnen die Segel
und setzen das Kreuz
und fahren durch Blumengewinde getrieben
in Wassern aus Klang und aus Stolz.


 Verzierung


David Lepold


 Verzierung

Stuttgart - das ist die kleine Stadt am Tango Grande.

D.L.
05.07.2007

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Tango Schuh
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